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60 und 70 Jahre Konfirmationsjubiläum

Konfirmation im März 1966

Einfach grandios! Eine beeindruckende Zahl von Mitte 70jährigen und sogar noch etwa zehn Mitte 80jährige haben sich am 22. März in unserer Kirche getroffen, um ihre Konfirmationsjubiläen zu feiern. Wir gratulieren und veröffentlichen hier neben den sehenswerten Fotos einen Auszug aus der Ansprache von Pfr. Peter Rostan:

„Oh Je, wie sahen wir damals aus und wie heute?“ – so mag vielleicht mancher denken…
Nun, dazu möchte ich zwei Botschaften loswerden:

Zum einen (mit Augenzwinkern): Sie haben sich gar nicht so sehr verändert. Ich finde, sie sahen damals schon wie Anfang 50 aus. Und im Vergleich zu heute waren die Frisuren der jungen Damen damals nicht lang, aber dafür hoch.

Aber es gibt noch eine andere, ernstgemeint Botschaft, die möchte ich gerne mit einer kleinen Anekdote einleiten:
Da treffen sich zwei alte Freunde nach vielen Jahren wieder. Und der eine möchte dem anderen etwas Freundliches sagen: „Schön dich zu sehen, Mensch du hast dich überhaupt nicht verändert!“. Umso überraschter ist er, wie enttäuscht ihn der andere ansieht. „Schade, und ich dachte, ich wäre ein anderer geworden“.
Damit hatte er recht! Wer sagt eigentlich, dass wir uns nicht verändern sollen? Wo steht geschrieben, dass wir immer derselbe bleiben müssen? Sie haben alle im Laufe der Jahre nicht nur eine veränderte Haarfarbe, sondern auch mehr Falten bekommen – nicht nur Lachfalten. Und sicher könnten Sie vieles aufzählen, was sie im Lauf der Zeit an körperlichen Möglichkeiten verloren haben. Aber Sie haben alle an Erfahrung und Weisheit gewonnen, auch an Erinnerungen – dazu gehört ganz sicher auch viel Enttäuschendes, manch Desillusionierendes und womöglich auch einiges, was Wunden hinterlassen hat. Doch mit ihren vielfältigen Erinnerungen tragen Sie in sich einen Schatz, der wertvoller ist als Diamanten – um nochmal den Titel ihres Jubiläumsfestes aufzugreifen. 

Ich möchte Ihnen im Namen der ganzen Gottesdienstgemeinde ausdrücklich danken, dass Sie hier sind, denn ich finde, das hat schon was, eingebunden zu sein in Erinnerungen, die über 60 Jahre mittlerweile zurückreichen und die mit unserer Kirche verbunden sind!
Unsere Kirche trägt in sich einen langjährigen Widerhall, wie ein Echospeicher, einen nicht akustisch hörbaren und doch vorhandenen Klangraum der vielen, vielen Gebete, die hier schon gesprochen wurden, auch der vielen Predigten, die das Evangelium verkündeten und der Lieder, die gesungen wurden.
Wir wissen uns eingebunden in einen Erinnerungsraum, in einen lebendigen Zusammenhang, der über die Generationen hinweg Verbundenheit herstellt, weil wir uns seit so vielen Jahrzehnten in dieser Kirche beschenken lassen durch wieder und wieder dieselbe Botschaft:
Dass wir einen Gott haben, dem wir nicht egal sind, sondern der uns beim Namen ruft und sagt: Du gehörst zu mir. Ich bin bei dir, was immer kommt! Und ich halte dich fest und trage dich, ich nehme dich in meine Arme. Voller Liebe. Und du darfst dich eingebunden wissen in die große Versöhnung des Kreuzes Jesu.

Ja, das hat was: sich einzureihen in eine ganz lange Wanderung, die schon so viele Generationen dauert und in der schon so viele Jugendliche – damals wie heute – mit etwa 14 Jahren diese Worte gehört haben:
Geh deinen Weg nicht allein. Er soll ein Weg werden, der auf Gott zuführt, von ihm Orientierung empfängt und bei ihm auch Heimat findet – und sei es der einst in seiner Ewigkeit.
Danke, dass Sie da sind und uns daran erinnern, wie sehr wir über Generationen hinweg zusammengehören.